Empowerment von Frauen im Energiesektor

Mit dem digitalen Kommunikationsprojekt „Women Energize Women“ des BMWK sollen Frauen weltweit für Energiewende-Berufe begeistert werden und zusammenfinden.

Symbolbild Women energize women© BMWK

Afrikanische Kunst hängt an der Wand und die Sonne scheint über Abuja, der Hauptstadt von Nigeria. Ifeoma Malo scheint anfangs etwas aufgeregt, als sie von dort über ihre Arbeit für die Energiewende als CEO bei Clean Tech Hub Nigeria auf dem YouTube-Kanal von „Women Energize Women“ berichtet. Die Aufregung ist allerdings nicht darauf zurückzuführen, dass sie keine Routine darin hätte, vor einem großen Publikum weltweit über Energiethemen zu sprechen. Vielmehr ist es ihr eine Herzensangelegenheit, andere Frauen für die Arbeit in Energieberufen zu begeistern und zu inspirieren. Der Einsatz dafür ist ihr anzumerken.

#womenenergize: Von Neu-Delhi bis Abu Dhabi

Ein paar Klicks weiter erzählt Gauri Singh von ihrem Alltag als stellvertretende Direktorin der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) in Abu Dhabi. Das vier Minuten lange Video ist viel zu schnell zu Ende. So viele Fragen an Gauri bleiben noch übrig, die man gern mit ihr besprechen würde. Die gute Nachricht: Frauen wie Ifeoma und Gauri kann man auch während der Corona-Pandemie überall auf der Welt treffen, sich von ihnen inspirieren lassen und von ihrem Wissen profitieren – online auf den verschiedenen Plattformen von „Women Energize Women“. Dazu gehören neben dem YouTube-Kanal auch ein Twitter- sowie ein Instagram-Account und ein Auftritt auf dem Karrierenetzwerk LinkedIn.

Virtuelle Veranstaltungsreihe mit Frauen aus dem Energiesektor

Um noch mehr Frauen für Berufe im Energiesektor und in Führungspositionen zu begeistern und mit Informationen zu versorgen, setzt die digitale Kommunikationskampagne zusätzlich zu den YouTube-Porträts auf ganz verschiedene Maßnahmen. Dazu gehören monatlich virtuelle Events wie Diskussionsrunden, Interviews oder Networking-Veranstaltungen mit interessanten Frauen aus dem Energiesektor, außerdem Kooperationen mit etablierten sowie neuen Frauennetzwerken, Organisationen und Institutionen.

Die virtuelle Veranstaltungsreihe lädt Frauen aus dem internationalen Energiekontext als Referentinnen ein. Auch Vertreterinnen deutscher und internationaler Unternehmen teilen ihre Erfahrungen und Einschätzungen mit dem Publikum. Seit ihrem Start im November 2021 hat die Kampagne weltweit bereits mehr als 390.000 Menschen erreicht.

Erneuerbare Energien: 42 Millionen Arbeitsplätze bis 2050

Darüber hinaus will das Projekt über die Situation von Frauen im Energiesektor aufklären und Verbesserungsmöglichkeiten in den Fokus rücken. Ein Blick auf die Arbeitsmarkt-Zahlen zeigt hier großen Nachholbedarf.

Laut einem Bericht der IRENA könnte die Zahl der Arbeitsplätze im Sektor bis 2050 von 13 Millionen auf 42 Millionen steigen (Global Renewables Outlook: Energy transformation 2050). Die Prognose verdeutlicht die großen wirtschaftlichen Chancen der Energiewende, die auch immer mehr Frauen ergreifen. Allerdings waren im Jahr 2018 nur 32 Prozent der globalen Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien von Frauen besetzt (Studie „Women for Sustainable Energy“ von The Global Women’s Network for the Energy Transition). Vor allem in Managementpositionen und technischen Funktionen sind Frauen demnach noch immer unterrepräsentiert. Das ist besonders kritisch, da Talente im Bereich der erneuerbaren Energien knapp sind und Diversität ein wesentlicher wirtschaftlicher Erfolgsfaktor und Innovationstreiber ist.

„Women Energize Women #womenenergize“ ist eine Kommunikationsmaßnahme des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und wird im Rahmen der Bilateralen Energiepartnerschaften durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und den Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) umgesetzt. Sie richtet sich an Frauen weltweit, legt dabei aber ihren Fokus auf Länder, mit denen Deutschland Energiepartnerschaften unterhält. Das sind zum Beispiel Äthiopien, Algerien, Brasilien, Chile, China, Jordanien, Indien, Marokko, Mexiko, Südafrika und Tunesien.