Um diese Projekte geht es beim Netzausbau

Wo drohen Engpässe im Stromnetz und wo werden deshalb in Zukunft Leitungen gebaut oder modernisiert? Und wie steht es heute um diese Projekte: Rollen bereits die Bagger oder sind erst die Anfangs- und Endpunkte der Trassen festgelegt? Die Grafik informiert über den aktuellen Stand beim Stromnetz-Ausbau.

Grafik zeigt den Verlauf der wichtigsten Netzausbauvorhaben.Grafik zeigt den Verlauf der wichtigsten Netzausbauvorhaben.Hinweis: Die schraffierten Linien zeigen lediglich in Luftlinie an, welche Endpunkte künftig über Stromleitungen verbunden werden sollen. Sie visualisieren nicht den tatsächlichen Trassenverlauf. © Die Informationen wurden mithilfe von Daten und Materialien der Website www.netzausbau.de der Bundesnetzagentur zusammengestellt - Daten: Bundesnetzagentur, Grafik: Bürgerdialog Stromnetz.

Zwei Gesetze bilden das Herzstück des deutschlandweiten Netzausbaus: das Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) von 2013 und das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) von 2009. Mit diesen beiden Gesetzen haben Bundestag und Bundesrat bestätigt, wo die Stromnetze besonders dringend ausgebaut und modernisiert werden müssen. Ziel ist es, unsere Energieversorgung auch bei einem steigenden Anteil Erneuerbarer im Strommix sicher zu gewährleisten. Die Deutschlandkarte zeigt alle diese Vorhaben im Höchstspannungsbereich (220 und 380 Kilovolt). In diesem Spannungsbereich wird der Strom über weite Entfernungen hinweg übertragen – dorthin, wo er gebraucht wird.

Die Übersicht zeigt: In Zukunft benötigen wir neue Leitungen vor allem in Nord-Süd-Richtung. Nur so kann der überschüssige Windstrom aus dem Norden zu den südlichen Ballungszentren mit entsprechender Stromnachfrage transportiert werden (siehe auch Titelthema). Zugleich wird auf der Deutschlandkarte sichtbar, dass erste Ausbauprojekte bereits vorangeschritten sind. So waren von den 1.872 im EnLAG geplanten Kilometern Ende letzten Jahres 479 Kilometer fertiggestellt – also knapp ein Viertel. Andere Trassen befinden sich hingegen noch in der Phase der Netzausbauplanung.

Auf dem Online-Portal des "Bürgerdialog Stromnetz" finden Sie eine interaktive Version dieser Karte – beim Navigieren können Sie die einzelnen Vorhaben anklicken und so mehr über deren aktuellen Stand erfahren.

Das Energieleitungsausbaugesetz nennt aktuell 23 Projekte, die für die künftige Energieversorgung in Deutschland notwendig sind – das sogenannte Startnetz. Die Bundesländer planen diese Vorhaben in eigener Zuständigkeit, die Bundesnetzagentur übernimmt das Monitoring.

Das Bundesbedarfsplangesetz stellt für weitere 36 Vorhaben aus den Netzentwicklungsplänen die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und den vordringlichen Bedarf fest; 16 davon sind als länderübergreifend oder grenzüberschreitend gekennzeichnet. Für diese 16 Vorhaben übernimmt die Bundesnetzagentur die Bundesfachplanungen und im Anschluss die Planfeststellungsverfahren: Während bei der Bundesfachplanung ein bis zu 1.000 Meter breiter Korridor für die Trassen bestimmt wird, werden im Planfeststellungsverfahren der genaue Verlauf der Leitungen bzw. Kabel sowie die Übertragungstechnologie festgelegt. Für die weiteren 20 Vorhaben des Bundesbedarfsplanes, die nur ein einzelnes Bundesland betreffen, entscheidet die zuständige Landesbehörde im sogenannten Raumordnungsverfahren über den Antrag.

Weitere Informationen zu den Netzausbau-Vorhaben finden Sie auch im Anfang Mai erschienenen "Jahresbericht 2014" der Bundesnetzagentur