Stromfresser in Gebäuden einfach finden

Gerade in großen Gebäuden verstecken sich jede Menge Energiefresser. Ein neues System erkennt nun alle Energieverbrauchsquellen automatisch und analysiert sie. So lassen sich Einsparpotenziale leicht ausmachen.

Bild zeigt Monitorbild mit Charts, die den Stromverbrauch von Geräten anzeigenNeue IT-Lösungen machen es Unternehmen leichter, Effizienzpotenziale zum Beispiel im Produktionsprozess zu finden und zu nutzen. © Envidatec GmbH


Je größer ein Gebäude, umso größer sind oft auch die Möglichkeiten, Energie zu sparen. Gerade in industriellen oder öffentlichen Gebäuden können sich jede Menge Energiefresser verstecken: Ob Heizung oder Klimaanlagen in Büroräumen oder die Belüftungssysteme in Fabrikhallen – überall lässt sich sparen.

Betriebskosten senken

Energie in Deutschland noch effizienter zu nutzen ist im Zuge der Energiewende nicht nur politisch gewollt, es ist auch ökonomisch sinnvoll. Kosten für Strom und Wärme machen oft einen großen Teil der Betriebskosten aus. Um diese Einsparpotenziale einfach aufzuspüren, haben sich die Envidatec GmbH, die Hochschule für angewandte Wissenschaft Hamburg sowie ein Unternehmen und eine Forschungseinrichtung aus Österreich zu einem Forschungsprojekt zusammengeschlossen. Ziel dieses Projektes war es, ein System zur Energieeffizienzanalyse in ein Gebäudeautomatisierungssystem zu integrieren. Das bedeutet: Bisher ging es bei der Gebäudeautomatisierung „nur“ darum, wie alle technischen Komponenten in einem Gebäude zusammenspielen – vom elektrischen Schaltschrank über die Beleuchtung und Klimatisierung der Räume bis hin zu den IT-Servern. Jetzt lässt sich für all diese Komponenten auch der Energieverbrauch ganz genau messen und auswerten. Die Daten dazu werden auf einem zentralen Server gespeichert.

Gebäude liefern Infos wie von selbst

Auf einem Internetportal können die Gebäudeeigentümer nicht nur die Messdaten einsehen, sondern auch gleich eine Analyse der Daten. In diese Analyse fließen wichtige Eigenschaften des Gebäudes ein: zum Beispiel die Grundfläche, die geografische Lage oder die Art der Nutzung. Ein Simulationswerkzeug kann auf dieser Datengrundlage eine Prognose für den zukünftigen Energiebedarf von Heizung, Lüftung und anderen Verbrauchern erstellen. Damit lassen sich dann punktgenau Stellschrauben ausmachen, um Energie einzusparen – zum Beispiel wann Abwärme von Produktionsanlagen zum Heizen von Büros genutzt werden kann. Oder ob sich einzelne Server für Computer der Mitarbeiter abends herunterfahren lassen.

Deutschland Spitzenreiter bei Energieeffizienz

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat die Entwicklung des Systems im Rahmen der ZIM-Kooperationsprojekte unterstützt. Damit unterstreicht das Ministerium das Ziel der Bundesregierung, Energie noch effizienter zu nutzen. Während die Wirtschaftsleistung in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren gestiegen ist, ging der Energieverbrauch um rund zehn Prozent zurück. Dieser Trend soll fortgesetzt werden, damit Deutschland seinen internationalen Spitzenplatz beim Thema Energieeffizienz behaupten kann.